Im Interview: Jonas zu “Entdecke die Welt auf Reisen”

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Jonas von JourneyBook erzählt dir heute wie er sein Leben auf Reisen empfunden hat und verrät dir seine besten Tipps damit auch du eine unvergessliche Zeit erleben kannst.

Francesca: Welche Kontinente / Länder / Städte hast Du bisher bereist? 

Jonas: Australien und Neuseeland, Südamerika (Brasilien), Nordamerika und Asien (Thailand, Kambodia und 1daystop in Hongkong). In Europa hat mir zuletzt Lissabon sehr sehr gut gefallen. Auch Oslo hat bei einem kurzen Stop einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Ansonsten hab ich auch die Klassiker bereist: Paris, Barcelona – nur Rom fehlt tatsächlich noch, aber man braucht ja auch noch neue Ziele…

Francesca: Warum und wie lange gehst Du auf Reisen?

Jonas: Ich würde dabei unterscheiden zwischen Urlaub, der meist 1-2 Wochen geht und sowohl dem Sightseeing als auch der Erholung dient. Reisen selbst ist für mich noch etwas mehr – sowohl von der Zeit länger als auch von den Erfahrungen intensiver. „Reisen“ tue ich aber leider viel zu selten, was jobtechnisch bedingt ist und ich nicht ständig für mehrere Monate verschwinden kann 😉

Francesca: Wie bereitest Du Dich aufs Reisen vor?

Jonas: Für die letzte lange Reise (6 Monate) habe ich ganz unterschiedlich geplant. In Australien stand nur die Richtung, von Süd nach Nord entlang der Ostküste, fest. Der Rest kam spontan durch Empfehlungen anderer Reisender oder aus dem Internet.
In Neuseeland hingegen hatte ich vorher unglaublich viele Ziele aus dem Internet herausgesucht und in GoogleMaps eingetragen. Letztlich haben wir beim Campen noch nicht alle Ziele erreicht aber auch hier ist es nur ein weiterer Grund dieses wunderbare und vielfältige Land nochmal zu besuchen.

Francesca: Wie definierst Du “Reisen”?

Jonas: Reisen sind neue Erfahrungen, die im wahrsten Sinne des Wortes über den eigenen Tellerrand reichen. Reisen sind Menschen denen du begegnest, Situationen die einen (hoffentlich positiv) überraschen und Orte die einen sprachlos machen.

Francesca: Was bedeutet Dir Reisen?

Jonas: Mit Reisen verbinde ich einerseits den Ausbruch aus dem oft ähnlichen oder gleichen Alltag. Andererseits ist es die Chance sich selbst besser kennen zu lernen und seinen Horizont zu erweitern.

Francesca: Was ist Deine bislang schlimmste / schönste Erfahrung auf Reisen?

Jonas: Das wurde ich tatsächlich oft gefragt als ich nach 6,5 Monaten zurück kam. Nach den ersten sechs Monaten war es eigentlich nur eine neue Tupperdose die am gleichen Tag als ich sie gekauft hatte direkt geklaut wurde. Beim letzten Stop der Reise – Sri Lanka – kam dann allerdings eine echte Grenzerfahrung dazu: Nach der Ankunft entschied ich mich blauäugig nachts mit dem Taxi zum Hotel zu fahren – soweitsogut. Erst hielt ich das offene und kaputte Fenster für nicht zu dramatisch. Direkt nach der Abfahrt stellte ich dann den ebenfalls defekten Sicherheitsgurt fest. Aber der nette Taxifahrer versicherte mir aufzupassen. Tat er am Anfang auch – aber es wurde später und er immer müder. Auch ein kurzer Kaffeestop ermunterte ihn nur kurz während der vierstündigen Fahrt. Was ihn durchaus aufwachen ließ, war die Polizeikontrolle in die wir prompt hineingerieten. Spontan ergriff ich kurz bevor der Polizist ins Auto leuchtete den Anschnallgurt und tat so als hätte ich mich gerade für die Kontrolle abgeschnallt. Folglich verlief die Kontrolle ohne Probleme und auch die letzten dreißig Minuten wurden vom dankbaren Taxifahrer im Halbschlaf heile hinter sich gebracht.
Eine Geschichte die du erlebt haben musst, um die Dankbarkeit für ein heiles und gesundes Ankommen zu schätzen zu wissen.
Schöne Erinnerungen gibt es auch massig, wobei mir oft unerwartete Kleinigkeiten in Erinnerung bleiben, die meine Reise so besonders gemacht haben.

Francesca: Wie hat Dich das Reisen verändert und was hast Du gelernt?

Jonas: Ich denke ich kann noch besser auf fremde Menschen zugehen und bin gleichzeitig noch dankbarer dafür, wie gut es mir geht und wie gut es ganz Deutschland geht. Dazu kommt noch die Einsicht dass Deutsche eher nörgeln statt zufrieden zu sein, was mich in meiner Dankbarkeit nur noch bestärkt hat. Positiv bleibt mir auch immer die offene und freundliche Art der Menschen in Erinnerung, denen man auf Reisen begegnet von denen ich und sicher die meisten Deutschen auch eine Scheibe abschneiden können.

Francesca: Was macht heutzutage Reisen schwer / einfach?

Jonas: Das ist sicher der Job und die „Zwänge“ die daran hängen – ohne Job kein Geld – ohne Geld keine Wohnung oder gar Altersvorsorge. Es klingt gut zu sagen das Erinnerungen wertvoller als Geld sind, aber es bleibt auch ein Risiko in das „kalte Wasser zu springen“ und loszulassen. Wenn du es (mal) geschafft hast möchtest du es aber immer wieder.

Befreiend hingegen habe ich das „reduzierte“ Leben empfunden, bei dem du deinen gesamten Besitz bei sich im Rucksack hat und mit dem es sich sehr gut und frei leben lässt!

Francesca: Wie holst Du das meiste aus Deinen Reisen raus?

Jonas: Ich denke dass jeder Reisende für sich selbst entscheiden muss, was er möchte und was gut für ihn ist. Für meine letzte Reise war es grob geschätzt die Kombination aus 90% Sightseeing und 10% Ruhe. Oft liest du ja, dass „weniger mehr ist“ und auch ich würde das bestätigen, wobei ich es für die letzte Reise so entschieden hab und du abwägen musst zwischen der Zeit die man hat und den Dingen, die du sehen und erleben möchtest.

Francesca: Was tust Du für Dein körperliches und geistiges Wohlbefinden auf Reisen?

Jonas: Wenn du die Fotos von mir vor und nach der Reise vergleicht stellt man fest, dass Reisen mir offensichtlich (unbewusst) körperlich gut tut. Das führe ich auch viel Bewegung (zu Fuß laufen, wandern und auch die Arbeit im Weinberg) zurück. Weniger Essen (spart auch Geld) bzw. in Asien auch das gesündere Essen, als ich es mir vor der Reise angewohnt hatte, helfen auch.
Geistig ist das Reisen selbst für mich schon das Beste – eventuell könnte ich mir mehr Zeit für Ruhemomente gönnen, aber das war noch nie so meine Stärke.

Francesca: Wann würdest Du das Reisen für Dich als abgeschlossen sehen?

Jonas: Ja, mit dem letzten Atemzug. Reisen und neue Erfahrungen kann man überall auf der Welt machen. Man sollte aber auch im Alltag hier in Deutschland nicht aufhören neugierig zu sein und offen für neue Erlebnisse und Momente. Klar habe auch ich ein paar Ziele die ich im Leben noch „abhaken“ möchte aber genauso sicher bin ich, dass dann nur noch weitere Ziele hinzukommen anstatt dass es weniger werden.

Francesca: Welche Musik, Bücher, Filme, Blogs, Magazine inspirieren Dich zum Reisen?

Jonas: Spontan fällt mir das Buch JourneyMan und der Film Into the Wild ein. Blogs sind mir vor allem zwei im Gedächtnis geblieben denen ich auch heute noch folge: Conni von Planet Backpack.de und Sebastian von Off The Path . Das überrascht wohl kaum, da die beiden zu den ersten Reise-Bloggern gehören und mich auch die Idee des „digitalen Nomadentums“ sehr anspricht und fasziniert. Darüber hinaus gab es zahlreiche andere Blogs, die mal mehr mal weniger hilfreiche Informationen bereithalten – da wird sicher jeder fündig der ein wenig sucht!
Musik würde ich jetzt nicht direkt als Reise-Inspiration sondern eher als Reise-Begleiter sehen. Dabei hängt es von der jeweiligen Laune und der Stimmung ab, was für Musik das ist.

Francesca: Welcher Song / welches Buch darf auf keiner Reise fehlen und warum?

Jonas: Zum entspannten Autofahren oder einfach den Moment genießen: Dashboard Confessional mit „Hands Down“
Um die Stimmung anzuheizen und Spaß zu haben, oder mal auszurasten: Timmi Trumpet, Savage mit „Freaks“  und wenn gar nichts mehr geht hilft „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Djungelbuch!

Francesca: Welche Reiseblogs sind Deine Favoriten und was macht diese so speziell für Dich?

Jonas: Ich finde Blogs aus zwei Gründen spannend – zum einen sind es die Persönlichkeiten die sich offen und ehrlich „präsentieren“ und zum anderen die Informationen oder Erfahrungsberichte die für mich gerade in der Vorbereitung sehr hilfreich waren.

Francesca: Welche Informationen vermisst Du auf Reiseblogs?

Jonas: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre das eine Differenzierung zwischen Information und Persönlichkeit. Informationen sollten für meinen Geschmack noch besser und kürzer auf den Punkt gebracht werden. Dies würde sich dann auch von den „Geschichten“ bzw. den Erlebnissen der BloggerInnen abheben. Dabei finde ich aber beides wichtig!

Francesca: Welche Tipps willst Du Reisenden mit auf dem Weg geben?

Jonas: Ich denke dass jeder sein eigenes Ziel, sein eigenes Tempo und seine eigene Art zu Reisen finden sollte. Wenn man dabei offen ist für Veränderungen kann eigentlich auch nichts schief gehen. Das ist eigentlich der beste Tipp: Sich darauf einstellen dass man überrascht wird.

Jonas, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit für dieses Interview mit Travelastic genommen hast und für deine tollen Antworten.


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