Im Interview: Robert von Flug-Verspätet.de zu “Deine Stadt” – Dublin

ROBERT VON FLUG-VERSPAETET.DE

(c) Robert Sander
(c) Robert Sander

Zurzeit bin ich noch Master-Student der Informations-wissenschaft in Darmstadt. Ich habe bereits 2 Erasmus-Semester gemacht und bin ziemlich reisefreudig. Neben dem Bloggen ist die Fotografie eines meiner Hobbys.

Ich mache ein Praktikum bei Flug-Verspaetet.de im Bereich Online-Marketing und SEO. Dort bin ich u.a. auch für den Firmenblog zuständig, der sich viel mit dem Thema Reisen beschäftigt.

Seit April 2016 bin ich für den Blog tätig. Interessant finde ich vor allem, dass es sich um ein junges Start-Up handelt und man daher viele Freiheiten hat und verschiedene Dinge ausprobieren kann.

Flug-Verspaetet ist ein Verfechter von Passagierrechten. Wir setzen uns dafür ein, dass Reisende, deren Flüge verspätet oder annulliert wurden, tatsächlich ihre gesetzlich geregelte Entschädigung erhalten. Laut einer EU Verordnung aus dem Jahr 2004 haben Fluggäste in diesem Fall nämlich umfangreiche Rechte, etwas, das die Fluggesellschaften stets unter den Tisch kehren und somit viele Passagiere um ihren Entschädigungsanspruch bringen. Konkret hat man z.B. bei einem verspäteten Flug (ab 3 Stunden), einer Flugannullierung oder wenn ein Flug überbucht wurde ein Recht auf finanzielle Entschädigung. Diese beträgt bis zu 600 € pro Passagier und ist nicht abhängig vom Ticketpreis. Allerdings wissen sehr viele Passagiere nicht um ihre Rechte – und falls doch werden sie wie gesagt von den Airlines oft ignoriert oder abgewimmelt.

Unser Unternehmen setzt die Rechte der Passagiere, notfalls auch vor Gericht, durch. Diesen entstehen dabei keine Kosten, auch wenn ein Fall einmal verloren gehen sollte. Lediglich im Erfolgsfall erhalten wir eine Provision auf die Entschädigung.

DEINE STADT

Travelastic berichtet nicht nur von Menschen und Aktivitäten, sondern natürlich auch von Reisezielen aus aller Welt. Jede Stadt ist einzigartig durch die Menschen, die Infrastruktur, die Architektur, Restaurants und Bars, Events und Festivals, Sightseeing-Points uvm.

Jede Stadt hat ihre eigene Geschichte, geheime Lieblingsplätze, must do’s und no go’s. Was macht deine Stadt zu deiner Stadt? Was macht deine Stadt so besonders? Was gibt es nur in deiner Stadt?

Francesca: In welcher Stadt lebst Du?

Robert: Zurzeit lebe ich in Darmstadt (nähe Frankfurt am Main), aber in meinem Beitrag zu „Deine Stadt“ geht es um Dublin. Dort habe ich ein halbes Jahr gelebt und studiert.

Francesca: Was ist für Dich das Besondere an Dublin?

Robert: Mir hat gefallen, dass Dublin zwar einerseits einer europäische Großstadt ist, aber andererseits auch klein und familiär wirkt. Außerdem ist es dort wunderbar grün – ok, aber das ist es überall in Irland.

Francesca: Wer sollte Dublin besuchen/nicht besuchen?

Robert: Eigentlich würde ich sagen, jeder wird einen Platz in Irland finden, der ihm gefällt. Selbst für Menschen, die nicht sehr gesellig sind und keine Lust auf die vielen Pubs haben, werden ihre ruhige „Ecke“ finden. Auch als Ausgangspunkt für eine Inselrundreise oder Wanderungen ist Dublin gut geeignet. In der Nähe befinden sich z.B. Howth oder die Wicklow Mountains, wo man schöne Wandermöglichkeiten hat. Zu erster kommt man sogar mit dem Bus!

Wer allerdings eine Metropole erwartet, ist in Dublin an der falschen Adresse.

Francesca: Welche speziellen Tipps hast Du um die Geheimnisse von Dublin zu entdecken?

Robert: Mir hat es gefallen, sich einfach treiben zu lassen. Viele interessante Sachen siehst du, wenn du dich zu Fuß auf den Weg machst. Besonders, wenn du die (bekannten) Sehenswürdigkeiten als Ausgangs- oder Zielpunkt nimmst und (sofern die Distanzen nicht zu weit sind) zu diesen hinläufst, kannst du viel entdecken. Zum Beispiel gibt es kleine Parks oder gute Kneipen, die nicht im Stadtkern liegen.

Francesca: Mit welchen Problemen und Herausforderungen muss ein Reisender in Dublin rechnen?

Robert: Der Verkehr kann definitiv ein Problem sein – auch wenn du mal vom Linksverkehr absiehst. Im Vergleich zu Deutschland geht es auf den Straßen wesentlich hektischer zu. Auch die Fußgänger halten sich eher selten an Verkehrsregeln wie rote Ampeln. Allerdings ist dies echt Gewöhnungssache, im Endeffekt bin ich die ganze Zeit jeden Tag einmal quer durch die Stadt zur Uni und zurück geradelt – Wenn du deinen Weg kennst und furchtlos bist, geht das 😉

Nicht sehr gelungen ist der öffentliche Nahverkehr. Der Weg zum Flughafen in die Stadt ist noch ok. Allerdings werden in vielen Bussen die Haltestellen nicht angesagt oder angezeigt, sodass es schwer ist, den richtigen Stop zu finden. Auch sind die Preise recht hoch und eine gescheite Verbindungsauskunft gibt es auch nicht. Dafür gibt es aber oft W-LAN in den Bussen!

Francesca: Wie lernt ein Reisender Dublin am Besten kennen?

Robert: Am besten bei einem leckeren Pint mit den Einheimischen quatschen. Viele Iren wirken zwar auf den ersten Blick recht unfreundlich, aber das ist meist nur Fassade.

Francesca: Wann ist die Beste Reisezeit für Dublin?

Robert: Im Winter ist es natürlich am ungemütlichsten – allerdings wird es nur sehr selten wirklich kälter als 0 Grad. Im Spätsommer ist es dagegen sehr schön, und es gibt durchaus noch warme, sonnige Tage. Bei gutem Wetter solltest du auf jeden Fall einen Ausflug an den Strand machen!

Grundsätzlich wechselt das Wetter sehr schnell. Selbst wenn morgens der ganze Himmel bewölkt ist und es regnet, kann nach ein bis zwei Stunden bereits wieder die Sonne am strahlend blauen Himmel scheinen. Generell regnet es zwar (gefühlt) wirklich häufiger als bei uns in Deutschland, allerdings nicht so lange.

Francesca: Wie lange sollte ein Reisender für Dublin mindestens/maximal einplanen?

Robert: Mindestens zwei volle Tage solltest du schon einplanen, drei sind auf jeden Fall besser. Und wenn du länger bleibst, bekommst du die Zeit auch gut „rum“. Spätestens nach einer Woche hast du aber alles Wichtige gesehen und hatte auch genug Zeit um entspannten Aktivitäten nachzugehen.

Allerdings eignet sich Dublin, wie bereits erwähnt, prima als Start- und Endpunkt einer Irland Rundreise. Die gesamte Insel ist wunderschön und deshalb sollte ein solcher Roadtrip auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden.

Francesca: Warum ist Dublin nicht “perfekt”?

Robert: Besonders im nördlichen Teil fällt auf, dass es (wie in fast allen Städten) eine starke Kluft zwischen armer und reicher Bevölkerung gibt. Durch die Wirtschaftskrise wurden viele Menschen arbeitslos. Außerdem sind die Preise ziemlich hoch – das gilt zwar auch für Lebensmittel, aber grade auf dem Wohnungsmarkt werden richtig krasse Mieten verlangt.

Francesca: Was hat keine andere Stadt?

Robert: Das gute Bier 😉 Nein, Spaß beiseite: Der Mix zwischen Großstadt und den vielen ruhigen Ecken macht Dublin einzigartig. Dazu kommen die Leute, die oft einen einzigartigen Charakter haben.

Francesca: Wie hat sich Dublin seit Deiner Ankunft verändert und was denkst Du wie sich diese Stadt zukünftig verändern wird?

Robert: Aus der Ferne ist dies schwer zu beurteilen. Ich hoffe, jetzt wo die Wirtschaftskrise in Irland wieder einigermaßen vorbei ist, dass die sozialen Gegensätze wieder schrumpfen. Leider bin ich da etwas pessimistisch, da grade in boomenden Städten Gentrifizierung eine große Rolle spielt. Immerhin muss man auch sehen, dass fast 1/3 aller Iren in oder um Dublin herum lebt. Es ist davon auszugehen, dass die Stadt immer weiter wächst – hoffentlich ohne ihren Charme zu verlieren.

Vielen Dank Robert für die tollen Einblicke in das Leben in Dublin. Ich freue mcih schon auf meinen ersten Besuch in Dublin.


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