Im Interview: Steven von funkloch.me zu “Nachhaltiges Reisen?!”

Du liebst es zu Reisen, neues zu entdecken, die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt zu bestaunen sowie Sightseeing Touren und das Großstadtleben zu genießen? Das ist großartig! Denn auf Reisen kannst du all das und noch mehr erleben!

Reisen und Tourismus kann allerdings auch negative Folgen haben. Fast überall, wo sich viele Touristen aus aller Welt aufhalten gibt es viel zu viel Müll, die Tier- und Pflanzenwelt wird zerstört und die Einheimischen müssen hinterher räumen und dafür bezahlen – in vielerlei Hinsicht.

Was tust du für nachhaltiges Reisen und welche Tipps willst du anderen Reisenden mit auf den Weg geben? Ist das überhaupt ein Thema für dich oder sagst du, ich zahl für meinen Urlaub, also kann ich machen was ich will? Wie intensiv hast du dich bislang mit dem Thema “Nachhaltiges Reisen?!” beschäftigt?

Blogger Steven von funkloch.me berichtet wie er nachhaltges Reisen erlebt.

Francesca: Wie definierst Du “Nachhaltiges Reisen”?

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Steven (c) www.funkloch.me

Steven: Das Prinzip der Nachhaltigkeit tauchte bereits vor über 300 Jahren in Deutschland auf. Im Jahr 1713 wurde von einem klugen Bergmann in Freiberg gefordert, dass nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen kann. Die ökologische Nachhaltigkeit war geboren.
Nachhaltiges Reisen ist für mich etwas, dass nur schwer möglich ist. Durch Transport oder Unterkünfte werden beim Reisen immer klimaschädliche Emissionen entstehen. Aber du kannst versuchen diese Emissionen so weit es geht zu reduzieren. Beispielsweise durch Zug- statt Flugreisen, regionale statt Importlebensmittel oder Couchsurfing statt Luxushotels.

Francesca: Wie wichtig ist das Thema für Dich?

Steven: Das Thema ist für mich sehr wichtig. Ich bin stets im Zwispalt. Ich möchte die Welt sehen, aber gleichzeitig auch die Welt retten. Nur durch möglichst nachhaltiges Reisen kann ich einen Kompromiss finden, wobei ich mich in den meisten Fällen auf die ökologische Nachhaltigkeit beschränke.

Francesca: Wie viel Zeit und Geld bist Du bereit für nachhaltiges reisen zu investieren?

Steven: Viel. Innerhalb Europas nutze ich möglichst immer den Zug anstatt mit dem Flugzeug zu reisen. Meine letzte Zugreise nach Südfrankreich dauerte leider 25 statt 14 Stunden. Die Emissionseinsparungen waren es mir wert. Für einen Flug innerhalb Europas zahlst du etwa 10- 20 Euro extra, wenn du deine Emissionen über atmosfair.de kompensiert. Das ist es mir auch finanziell wert! Mit Hilfe von atmosfair werden Projekte in Entwicklungsländern gefördert, woraus Emissionen dort gespart werden, die ich hier in Europa verbraucht habe. Die weltweite Bilanz wird somit im Gleichgewicht gehalten.

Francesca: Wie passt für Dich günstiges und nachhaltiges Reisen zusammen? Geht das?

Steven: Das passt sogar sehr gut zusammen. Wenn ich eine Stadt zu Fuß erkunde, spare ich Geld und schone das Klima. Genauso ist es mit Wanderurlauben oder Fahrradtouren. Nur auf Schnäppchenreiseanbieter solltest du nicht setzen.

Francesca: Wie versuchst Du möglichst wenig die Tier- und Pflanzenwelt zu beeinflussen?

Steven: Das mache ich ganz grundsätzlich, in dem ich Delphinarien oder einen Zirkus meide. Auf Reisen verhalte ich mich entsprechend zurückhaltend in der Tier- und Pflanzenwelt. Beim Schnorcheln beispielsweise breche ich keine Korallen ab, versuche keine Schildkröte zu streicheln oder das Wasser zu verschmutzen. Außerdem nutze ich meine Körperkraft um ein Korallenriff zu erreichen und fahre nicht mit dem Motorboot hin.

Francesca: Wie passt Du Dich an die Kultur des bereisten Landes an?

Steven: Ich zeige den Menschen meinen Respekt für Ihre Kultur, beachte kulturelle Normen und versuche so weit es geht die Sprache des Landes zu besprechen. Selbst in Japan, Thailand oder Uganda beherrschte ich während meiner Reisen den Grundwortschatz zwischen „Hallo!“ und „Wie viel kostet das?“.

Francesca: Wie erlebst Du, trotz nachhaltigem Reisen, Deinen Urlaubsort intensiv?

Steven: Ich denke langsames Reisen ist sehr wichtig. Ich habe anfangs den gleichen Fehler gemacht, wie viele andere. In nur 8 Wochen bin ich durch Japan, Taiwan, Singapur, Malaysia und Thailand gereist. Das war zu krass. Inzwischen mache ich lieber Reisen in ein einziges Land und bleibe dann möglichst lange.

Francesca: Was spricht für/gegen nachhaltiges Reisen?

Steven: Für nachhaltiges Reisen spricht, dass du so Verantwortung zeigst und versuchst die Welt ein Stückchen besser zu machen. Dagegen spricht, dass Reisekomfort oder das Reisebudget in den meisten Fällen verloren gehen.

Francesca: Welche gemeinnützigen Organisationen, Plattformen, Apps und Anderes kennst Du, die sich mit dem Thema “Nachhaltige Reisen” beschäftigen?

Steven: Für das Fliegen hatte ich schon atmosfair.de empfohlen. Außerdem leistet in Deutschland der Verein Forum anders Reisen e.V. erstklassige Arbeit. Weiterhin beschäftigen sich mein Blog www.funkloch.me sowie www.nomadearth.com in der Sparte der Blogs mit dem Thema.

Francesca: Welche Tipps für nachhaltiges Reisen willst Du anderen mit auf den Weg geben?

Steven: Die Mutter aller Tipps: Reise bewusst und reise so, dass auch deine Kindes Kinder deine Reiseziele mindestens genauso oder gar noch besser vorfinden können.

Steven, vielen Dank für deine Zeit und das tolle Interview!


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