Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

FREIHEIT, WARTE AUF MICH

Mist, mist, mist. Das waren die ersten Worte, die mir durch den Kopf geschossen sind, als ich in Ägypten am Flughafen war und ich voraussichtlich noch etwas länger als geplant hier feststecken würde. Verspätung. Und das ausgerechnet jetzt!

Ich war frisch mit meiner Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation fertig, hatte genug vom
Prüfungsstress, nervigen Kollegen und stinkenden Büros und war gerade auf dem Weg in eine ganz andere Welt: Südafrika! Und genau deswegen schossen mir diese Worte durch den Kopf. Mist, mist, mist. Was hast du dir nur dabei gedacht? Dabei ist es nur eine kleine Verspätung, nichts schlimmes, nichts was mich jetzt aus der Fassung bringen sollte. Doch die Menschen hier starren mich unentwegt an, vielleicht auch weil ich die einzige junge Frau am Gate war. Und dieses Gedudel im Hintergrund macht mich wahnsinnig. Ich habe noch eine ewig lange Strecke vor mir!

Wieso will ich nochmal aus meiner Komfortzone raus?

Was hab ich mir dabei gedacht?

Warum verlässt mich auf einmal der Mut?

DIE ERSTEN HÜRDEN NEHMEN

Wenn du deinen Freunden & Familie zuhause erzählst, dass du nicht den „normalen“ Weg gehst, nach der Ausbildung nicht direkt den ersten richtigen Jobs suchst,  nicht sofort ausziehst, regieren sie so geschockt, dass es schon wieder lustig ist. Und ich finde, da fängt schon die erste Hürde an, das zu machen, auf was man eigentlich richtig Bock hat. Die Reaktion der anderen Leute.

Das du damit meistens die beste Entscheidung trifft,  merkst du erst an der Ankunft oder noch später, bei der Rückkehr. Das du selbst ein anderer Mensch bist und zuhause alles beim Alten ist.

Doch wie kommt ich eigentlich darauf, nach Südafrika zu fliegen? Wo doch so viele Leute davon reden, wie gefährlich es ist! Es könnten so viele Dinge passieren! Was die meisten jedoch nicht bedenken, dass dir auch in deiner Heimatstadt jederzeit ein Ziegelstein auf dem Kopf fallen könnte oder ein Autofahrer dich übersieht.

JEDE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT

DSCF3319_2382
(c) Nathalie Richter

Hier war ich also. Und warte und warte…bis endlich mein Flugzeug nach Südafrika bereit ist! In diesem Moment, hatte ich noch keine Ahnung, dass meine Ansprechpartner schon etwas panisch waren, als ich nicht in dem Flugzeug war, dass sie erwarteten hatten. Und ich konnte in diesen Augenblick nicht wissen, dass kein bekanntes Gesicht am Flughafen von George sein würde, sondern ein fremder Südafrikaner, bloß mit einen kleinen Schild, mit hingeschmierten und schiefen „Nathalie“ bewaffnet, auf mich wartet. Na dann, auf ins Abenteuer!

„You speak english?“ „Ähm…Yes, i do“. So wurde ich von ihm begrüßt, als mich am Flughafen Panik ereilte und keinen meiner Ansprechpartner finden konnte. Unsicher folgte ich ihm zum Auto. Okay, ich hatte immer noch ein bisschen Panik. Ein Südafrikaner, den ich nicht kannte, auf einen anderen Kontinent und die Person, die mich abholen wollte, ist weit und breit nicht zu sehn. Plötzlich standen wir vor dem Auto.  Er machte mir die Autotür auf und ich starrte ihn verwirrt an, denn ich stand auf der anderen Seite.

DSCF3968_2384
Knysna / Südafrika (c) Nathalie Richter

Erste Lektion: In Südafrika gilt Linksverkehr! Im Moment sind wir in George und eine Stunde vom Paradies „Knysna“ in der weltberühmten Garden Route entfernt. Sie wird auch die schönste Stadt Südafrikas genannt und ist u.a. bekannt für ihr alljährliches „Oyster Festival“ ( Austern, mit denen ich mich niemals anfreunden werde!). Die ganzen Menschenmassen, die dafür anströmen, konnte ich nie verstehen.

Wir fingen an, netten Smalltalk zu machen und er klärte mich darüber auf, dass was Dringendes in der Lodge passiert und mich niemand erreichen konnte, als ich in der Luft war. Zweite Lektion: Jede Frau, die was für ihr Selbstbewusstsein tun will, werde ich nach Südafrika schicken. Aus  Smalltalk wurde Flirten. Und zwar vom Feinsten. Und es würde nicht bei diesen einem Mal bleiben. Ich kann dir  verraten,  die Männer flirten wie verrückt. Sehr gerne auf Safaris, wo sie mehr an dir interessiert sind, als nach wilden Löwen Ausschau zu halten. Jedoch wurde der Taxifahrer noch einer meiner ersten Freunde hier in Südafrika, der mir in Zukunft sehr großzügige

Nathalie Richter - Afrika_2385_2387
(c) Nathalie Richter

Rabatte und Fahrten umsonst geben würde.

Als ich endlich bei der Lodge ankam, sprang ich erleichtert aus dem Auto, doch wurde ich sofort von einem Affen erschreckt, der hier aus einen Fenster sprang. „Das ist hier immer so!“, ertönte die Stimme meiner Managerin!

Endlich – ich bin angekommen, mitten in meinem Abenteuer in Südafrika!


Travelastic - Kommentare

Kommentar verfassen