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Im Interview: Anja von das Fliegende Klassenzimmer zu “Erzähl mir wer Du bist”

Anja Joest (c) Das fliegende Klassenzimmer Blog
Anja Joest (c) Das fliegende Klassenzimmer Blog

Auch, wenn es allem SEO Gedöhne etc. widerspricht, mein Blog ist ein Mix aus Unterrichtsbeiträgen, Hinweisen auf solche und Themen rund um das Thema Reisen. Kurz gesagt: Mein Blog ist eben mein Blog. Deshalb wechseln vermutlich auch die Genres. Mal eine nüchterne Tourenbeschreibung, dann wieder ein ausführliches Reisetagebuch oder eine sarkastische Momentaufnahme. Gleiches gilt für die Unterrichtsbeiträge. Hier versuche ich die Waage zwischen kostenlosen Beiträgen, kostenpflichtigen und Werbung für meine Veröffentlichungen zu halten.

ERZÄHL MIR WER DU BIST

Travelastic berichtet nicht nur von Reisezielen und Aktivitäten, sondern auch von Menschen. Von Menschen aus aller Welt. Die Geschichte eines jeden ist das, was die Welt und das Reisen so faszinierend macht.

Jeder hat seinen eigenen Lebensstil, eigenen Prioritäten, eigene Vorstellungen vom Leben. Genau das ist es, was dich unter anderem ausmacht. Du zeigst eine von vielen Varianten, ein inspirierendes, glückliches Leben zu leben. Es gibt kein richtig und kein falsch.

Du glaubst, dein  Leben ist nicht besonders? Dann geh auf reisen und lerne, wie besonders du und dein Leben sind. Lerne, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hat. Dein Leben ist für einen Menschen im Urvolk mitten im Dschungel eine unglaubliche Geschichte, ebenso wie du fasziniert vom Leben im Dschungel oder vom Wüstennomaden bist. Travelastic veröffentlicht Geschichten von Menschen. Travelastic berichtet von dir und heute von Anja von dem Blog “Das fliegende Klassenzimmer”

Francesca: Was sind Deine herausstechenden Eigenschaften?

Anja: Ich behalte solange die Ruhe bis ich  innerlich koche und nur noch brüllen kann. Aber davon abgesehen, meint zu mindestens mein Umfeld, dass ich gut erzählen und schreiben kann. Ohne jetzt nazistisch wirken zu wollen, manchmal stimme ich sogar zu.

Francesca: In welchen Städten / Ländern / Kontinenten hast Du gelebt?

Anja: Ich bin in Köln geboren und habe dreizehn Jahre meines Lebens in Tübingen gelebt. Bis ich wieder nach Köln, bzw. nach Bergisch Gladbach gezogen bin. Zuhause fühle ich mich allerdings überall dort, wo ich die Heringe für mein Zelt in den Boden schlagen kann.

Francesca: Welches waren wichtige Ereignisse in Deinem Leben?

Anja: Das hört sich jetzt vielleicht pathetisch an, aber es war tatsächlich die Geburt meiner Tochter.

Francesca: Was ist Dein Rezept zum Glücklich sein?

Anja: Mal ehrlich, müssen Reiseblogger immer glücklich sein? Ich  für meinen Teil kenne durchaus Tage an denen mich das Kopfkino nicht in Ruhe lässt und ich mir über Tod und Teufel Sorgen mache. Um dem zu entgehen, versuche ich im Heute zu leben, wenn das nicht hilft gibt es immer noch Gesichtsmasken und Schaumbäder oder ein gutes Buch. Kommt es ganz hart empfehle ich Schokoladeneis mit Schlagsahne im Schaumbad mit Gesichtsmaske.

Francesca: Was entfaltet bei Dir große Emotionen?

Anja: Wenn viele Menschen zusammen etwas Gutes erreichen.

Francesca: Wie sieht Dein persönlicher Lebensentwurf für Deine Zukunft aus?

Anja: Ganz einfach, ich habe gar keinen Lebensentwurf, dass habe ich vor circa sechzehn Jahren bemerkt, als ich mit meiner Tochter schwanger war und ich nicht wusste ob ich das Kind wirklich haben wollte. Damals sagte eine Freundin zu mir:,, Anja du musst wissen, ob das Kind in dein Lebensentwurf passt!“ Da erst ist mir klar geworden, dass ich gar keinen Lebensentwurf hatte und daran hat sich bis heute nichts geändert. Klar gibt es viele Dinge, die ich gerne noch machen möchte, aber ich habe auch gelernt, dass es oft anders kommt als man denkt. Was ich in keinem Fall will, ist eine typische alte Frau werden, aber das sagen sicher alle in einem gewissen Alter und werden es dann doch. Mir schwebt da eher so etwas wie Wagenburg vor. Aber auch das sehe ich realistisch: welche Wagenburg hat schon Bock auf eine alte Rentnerin. Ich lass es einfach mal auf mich zukommen, das hat bisher auch immer ganz gut funktioniert.

Francesca: Welchen Einfluss hat Deine Umgebung auf Deinen Charakter und Dein Handeln?

Anja: Ich denke, dass man sich noch so oft vornehmen kann, sich nicht von seiner Umgebung beeinflussen zulassen, doch gelingen tut es vermutlich in den seltensten Fällen. Dennoch versuche ich immer meinen eigenen Weg zu gehen und meine Meinung und zu vertreten.

Francesca: Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Anja: Ich ärger mich, weil meine Tochter um kurz vor 6 aufsteht, obwohl sie erst um 7.30 aus dem Haus geht und ich jedes Mal wach werde. Um kurz vor 7 dröhnt dann ein Mama durch mein Zimmer und ich quäle mich mühsam aus dem Bett und leiste ihr beim Frühstück Gesellschaft. Ich selber bekomme um die Uhrzeit noch nicht runter. Wenn sie weg ist mache ich mich fertig und gehe je nach Wochentag arbeiten oder schreibe an meinen Unterrichtsbeiträgen. Abends essen wir dann gemeinsam und zweimal die Woche gehe ich schwimmen. Wenn ich richtig gut drauf bin schaffe ich es nach der Arbeit auch noch für eine kurze Runde auf’s Rennrad, aber das ist leider viel zu selten.

Francesca: Wie setzt Du das Thema “Nachhaltigkeit” um?

Anja: Ganz einfach: Ich fahre Rad und Zug. Wobei ich ehrlich gesagt dabei auch aus der Not eine Tugend gemacht habe, denn erstens habe ich kein Auto und zweitens habe ich Flugangst. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mit Auto auf mein Rad verzichten würde. Ich finde einfach, dass man nicht jeden Kilometer mit dem Auto zurücklegen muss. Gleiches gilt für den Flieger. Klar gibt es Ziele, die mit der Bahn nicht gehen, aber es gibt auch ganz viele Locations, die man durchaus mit der Bahn erreichen kann und ich kann allen Nichtbahnreisenden nur sagen: „Die DB ist immer für ein Abenteuer gut, zumindest, wenn man ein Rad dabei hat.“

Francesca: Wie engagierst Du Dich sozial?

Im Moment leider gar nicht, da ich zu viel arbeite und das bereitet mir auch immer wieder ein schlechtes Gewissen. Aber ich schaffe es einfach nicht mich regelmäßig irgendwo einzubringen. Dafür versuche ich bei meiner Arbeit so viel zu helfen, wie möglich. Beispielsweise indem ich immer wieder versuche Dolmetscher aus dem nahegelegenen Dönerladen heranzuziehen, wenn es bei mir Verständigungsproblemen kommt. Na ja und wenn dann mal wieder so ein paar rechte Spinner Stimmung machen versuche ich auch bei der Gegendemonstration dabei zu sein.  Und wenn es letztendlich auch nur die Tat einer Schreibtischtäterin ist: Indem meine Unterrichtsbeiträge sensible Themen behandeln hoffe ich natürlich in dem ein oder anderem Schüler eine gewisse Sensibilität zu wecken.

Herzlichen Dank an Anja für dieses tolle Interview und die spannenden Themen!


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Im Interview: Jessica von Yummy Travel zu “Nachhaltiges Reisen?!”

Du liebst es zu Reisen, neues zu entdecken, die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt zu bestaunen sowie Sightseeing Touren und das Großstadtleben zu genießen? Das ist großartig! Denn auf Reisen kannst du all das und noch mehr erleben!

Reisen und Tourismus kann allerdings auch negative Folgen haben. Fast überall, wo sich viele Touristen aus aller Welt aufhalten gibt es viel zu viel Müll, die Tier- und Pflanzenwelt wird zerstört und die Einheimischen müssen hinterher räumen und dafür bezahlen – in vielerlei Hinsicht.

Was tust du für nachhaltiges Reisen und welche Tipps willst du anderen Reisenden mit auf den Weg geben? Ist das überhaupt ein Thema für dich oder sagst du, ich zahl für meinen Urlaub, also kann ich machen was ich will? Wie intensiv hast du dich bislang mit dem Thema “Nachhaltiges Reisen?!” beschäftigt?

Bloggerin Jessica von YummyTravel hat viele Erfahrungen gesammelt und hilfreiche Tipps für Dich zum Thema nachhaltiges Reisen.

Francesca: Wie definierst Du “Nachhaltiges Reisen”?

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Jessica (c) YummyTravel.de

Jessica: Reisen ist ein wichtiger und fester Bestandteil meines Lebens. Mein Leben gestalte ich auch sehr nachhaltig und daher liegt es nahe diesen Teil ebenso zu behandeln. Nachhaltiges Reisen bedeutet es für mich vor allem die Natur zu respektieren und mit ihr in einem Einklang zu leben.

Francesca: Wie wichtig ist das Thema für Dich?

Jessica: Absolut wichtig. Wir sind dafür verantwortlich, dass unsere Umwelt unbeschadet und respektvoll behandelt wird. Leider haben wir, mit dem Privileg zu reisen und die Welt auf die jeweils eigene Art zu entdecken dieses Pflichtbewusstsein teilweise verloren. Wir müssen uns bewusst werden, welchen Reichtum wir besitzen, indem wir überhaupt reisen dürfen. Die Welt ändert sich in jeder Sekunde und wir können dazu beitragen, dass diese Veränderung positiv verlaufen kann.

Francesca: Wie viel Zeit und Geld bist Du bereit für nachhaltiges reisen zu investieren?

Jessica: Nachhaltiger Tourismus, muss gar nicht mal so teuer sein. Selbst, wenn das Budget nicht immer passt und reduziert wird, können wir viel für die Umwelt tun. Es fängt schon bei Kleinigkeiten an, wie dem reduzieren von Plastikmüll oder dem Unterstützen von Lokalen Angeboten. Märkte sind unheimlich spannend und offenbaren die Vielfalt die das jeweilige Land zu bieten hat. Deine Cola muss doch nicht um die halbe Welt geflogen sein um dir eine Erfrischung zu schaffen oder? Wie wäre es mit einer leckeren Limonade oder einer frischen Kokosnuss?

Francesca: Wie passt für Dich günstiges und nachhaltiges Reisen zusammen? Geht das?

Jessica: Ein kleiner Geldbeutel bedeutet nicht das Ende der Vision des nachhaltigen Reisens. Es ist vielleicht auch eine Challenge, die du für dich antreten kannst. Nachhaltig ist es zum Beispiel auch, wenn du die Bettenburgen in den Touristenorten meidest und bei Locals übernachtest. Das hat den netten Nebeneffekt, dass du die Menschen und die Kultur viel näher kennenlernst und ein Teil davon wirst. Hotels sind mir mittlerweile viel zu fremd und anonym. Ich bin gerne ein Teil von anderen Familien, das ist für mich ein Genuss den ich nicht kaufen kann. Für Backpacker ist diese Form sehr erschwinglich. Ich denke für meine nächste USA Reise im September auch gar nicht darüber nach, ob Hotel oder Übernachten bei einem Local. Ich freue mich schon die Vielfalt von New York mit den Augen eines Locals zu sehen.

Francesca: Wie versuchst Du möglichst wenig die Tier- und Pflanzenwelt zu beeinflussen?

Jessica: Ich bin immer schockiert, wie viel Müll an den Stränden angeschwemmt wird. Du hast auf deinen Reisen 2 Möglichkeiten. Entweder du ignorierst diesen Fakt oder du tust etwas dagegen. Ich nehme immer etwas Plastikmüll mit, den ich so auf dem Weg finde. Warum auch nicht? Zwar landet auch der recycelte Plastikmüll irgendwann wieder im Meer, aber den Prozess des Anhäufens an den Stränden kann man so vermeiden. Auch Zigarettenstummel haben im Sand nichts verloren und gehören in den Müll. Ich gehe gerne schnorcheln und bin oft schockiert, wie respektlos manche Urlauber mit den Riffen umgehen. Den Höhepunkt den ich in Ägypten erlebt habe, war ein absolut zerstörtes und schon versteinertes Riff in Marsa Alam. Obwohl es einen Einstieg in Wasser gab, war er den meisten Urlaubern zu weit entfernt. Der kürzere Weg führt quer über das Riff. Eine Schande. Wir können so froh sein, dass wir die Umwelt und Natur aus anderen Perspektiven sehen können und sollten alles tun um diese nicht mutwillig zu zerstören.

Francesca: Wie passt Du Dich an die Kultur des bereisten Landes an?

Jessica: Ich meide vor allem ausländische Unternehmen, wie die Burgerbuden von Mc Donalds & Co. Hier hole ich mir höchstens mal ein Getränk, wenn es wirklich nichts anderes in der Nähe gibt. Es ist doch viel schöner bei der Nahrungsbeschaffung auch den Einheimischen Aspekt einzubeziehen. Ich esse mich gerne durch die Küchen dieser Welt und habe noch nie irgendwo deutsches Sauerkraut oder ähnliches vermisst. Mein Highlight war das Scampi grillen in Teneriffa. Frische Fangfrische Meeresfrüchte, dazu ein bisschen Brot vom lokalen Bäcker, eine Flasche Wein und ein Grill. Muss ich mehr sagen?

Francesca: Wie erlebst Du, trotz nachhaltigem Reisen, Deinen Urlaubsort intensiv?

Jessica: Für mich gibt es hier kein “trotz”. Grade durch das nachhaltige Reisen spüre und fühle ich alles viel intensiver. Unabhängigkeit ist für mich ein absolut wichtiges Gefühl und grade dieses kann ich durch das nachhaltige Reisen ausleben. Mein Kopf dreht sich auch nicht um Dinge, die ich hier in Deutschland habe und schätze. Nein, ich will ein Teil der Kultur und des Kreislaufs des Landes sein. Hierbei wird dich das Reisen auch verändern und zwar positiv. Und es muss auch nicht immer die Ferne sein, oder? Deutschland ist als Reiseland sehr attraktiv. Kaum ein Land bietet so viel Abwechselung. Schluchten, Meer, Wälder … Ich bin ein Fan von Urlaub im eigenen Land!

Francesca: Welche Maßnahmen sollten vor Ort durch die Einheimischen ergriffen werden?

Jessica: Natürlich sind viele Orte touristisch sehr geprägt und das auch aus einen guten Grund. Die meisten Einheimischen in Ferienregionen leben von den Touristen. Leider färbt die lässige Mentalität dieser auch auf Einheimische ab. Wenn hier jeder nur ein bisschen mehr auf den Müll achten würde, den er produziert wäre das Verhältnis wahrscheinlich mehr im Gleichgewicht. In Strandregionen finde ich es grandios, dass Künstler aus Treibgut wahre Kunstwerke schaffen. Auch Upcycling wird immer beliebter und so wird Müll manchmal zu einem hübschen Accessoire oder einer praktischen Tasche.

Francesca: Was spricht für/gegen nachhaltiges Reisen?

Jessica: Gegen nachhaltiges Reisen spricht im Prinzip nichts. Bei großen Hotels werden Gütesiegel oder Qualitätsmerkmale auch gerne mal verfälscht, da das nachhaltige Reisen ja auch mehr oder weniger ein Trend ist. Finde über deine Unterkunft so viel wie möglich heraus oder übernachte direkt bei Locals. Es gibt überall schwarze Schafe und so versuchen natürlich auch Firmen auf den Zug aufzuspringen.

Francesca: Welche gemeinnützigen Organisationen, Plattformen, Apps und Anderes kennst Du, die sich mit dem Thema “Nachhaltige Reisen” beschäftigen?

Jessica: Die Organisation RESET informiert über innovative Lösungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und unterstützt Projekte die einen positiven Wandel vorantreiben. Hier findest du Tipps zum nachhaltigem Reisen aber auch anderen relevanten Themen, die mit dem Reisen in einer Hand gehen. Interessante Artikel zum Thema Plastic-Beaches oder auch Projekte zum Beispiel zum Wiederaufbau von Haiti. Das alles sind Dinge mit denen sich Reisende beschäftigen sollten.

Francesca: Welche Tipps für nachhaltiges Reisen willst Du anderen mit auf den Weg geben?

Jessica: Sei dir bitte bewusst, das wir alle auf der Welt eine gemeinsame Umwelt teilen. Nur weil du auf einem anderen Kontinent unterwegs bist, heißt das nicht, dass du automatisch den Freifahrschein zum Verschmutzen oder verwüsten hast. Denk immer an den Satz:”Würdest du das auch Zuhause in deinem Wohnzimmer machen?” Vermeide Verschmutzungen soweit es geht und benutze die Wasserflasche auch gerne 2 Mal. Wenn du doch lieber der Pauschalurlauber bist und es dich in Hotels zieht, dann überlege doch mal ob du das All-Inclusive Angebot denn wirklich brauchst. Mal abgesehen von den Abfällen, die so ein Buffet verursacht, ist es doch viel schöner durch die Straßen zu schlendern und ein schönes Restaurant zu suchen. So unterstützt du nicht nur den Hotelriesen, in dem du gerade wohnst sondern auch Locals, die ebenfalls vom Tourismus Leben. Auf meinem Blog habe ich mich vor einiger Zeit auch schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und einige Tipps zusammengefasst.

Jessica, vielen Dank für deine Zeit, das tolle Interview und die vielen Tipps!


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Im Interview: Steven von funkloch.me zu “Nachhaltiges Reisen?!”

Du liebst es zu Reisen, neues zu entdecken, die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt zu bestaunen sowie Sightseeing Touren und das Großstadtleben zu genießen? Das ist großartig! Denn auf Reisen kannst du all das und noch mehr erleben!

Reisen und Tourismus kann allerdings auch negative Folgen haben. Fast überall, wo sich viele Touristen aus aller Welt aufhalten gibt es viel zu viel Müll, die Tier- und Pflanzenwelt wird zerstört und die Einheimischen müssen hinterher räumen und dafür bezahlen – in vielerlei Hinsicht.

Was tust du für nachhaltiges Reisen und welche Tipps willst du anderen Reisenden mit auf den Weg geben? Ist das überhaupt ein Thema für dich oder sagst du, ich zahl für meinen Urlaub, also kann ich machen was ich will? Wie intensiv hast du dich bislang mit dem Thema “Nachhaltiges Reisen?!” beschäftigt?

Blogger Steven von funkloch.me berichtet wie er nachhaltges Reisen erlebt.

Francesca: Wie definierst Du “Nachhaltiges Reisen”?

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Steven (c) www.funkloch.me

Steven: Das Prinzip der Nachhaltigkeit tauchte bereits vor über 300 Jahren in Deutschland auf. Im Jahr 1713 wurde von einem klugen Bergmann in Freiberg gefordert, dass nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen kann. Die ökologische Nachhaltigkeit war geboren.
Nachhaltiges Reisen ist für mich etwas, dass nur schwer möglich ist. Durch Transport oder Unterkünfte werden beim Reisen immer klimaschädliche Emissionen entstehen. Aber du kannst versuchen diese Emissionen so weit es geht zu reduzieren. Beispielsweise durch Zug- statt Flugreisen, regionale statt Importlebensmittel oder Couchsurfing statt Luxushotels.

Francesca: Wie wichtig ist das Thema für Dich?

Steven: Das Thema ist für mich sehr wichtig. Ich bin stets im Zwispalt. Ich möchte die Welt sehen, aber gleichzeitig auch die Welt retten. Nur durch möglichst nachhaltiges Reisen kann ich einen Kompromiss finden, wobei ich mich in den meisten Fällen auf die ökologische Nachhaltigkeit beschränke.

Francesca: Wie viel Zeit und Geld bist Du bereit für nachhaltiges reisen zu investieren?

Steven: Viel. Innerhalb Europas nutze ich möglichst immer den Zug anstatt mit dem Flugzeug zu reisen. Meine letzte Zugreise nach Südfrankreich dauerte leider 25 statt 14 Stunden. Die Emissionseinsparungen waren es mir wert. Für einen Flug innerhalb Europas zahlst du etwa 10- 20 Euro extra, wenn du deine Emissionen über atmosfair.de kompensiert. Das ist es mir auch finanziell wert! Mit Hilfe von atmosfair werden Projekte in Entwicklungsländern gefördert, woraus Emissionen dort gespart werden, die ich hier in Europa verbraucht habe. Die weltweite Bilanz wird somit im Gleichgewicht gehalten.

Francesca: Wie passt für Dich günstiges und nachhaltiges Reisen zusammen? Geht das?

Steven: Das passt sogar sehr gut zusammen. Wenn ich eine Stadt zu Fuß erkunde, spare ich Geld und schone das Klima. Genauso ist es mit Wanderurlauben oder Fahrradtouren. Nur auf Schnäppchenreiseanbieter solltest du nicht setzen.

Francesca: Wie versuchst Du möglichst wenig die Tier- und Pflanzenwelt zu beeinflussen?

Steven: Das mache ich ganz grundsätzlich, in dem ich Delphinarien oder einen Zirkus meide. Auf Reisen verhalte ich mich entsprechend zurückhaltend in der Tier- und Pflanzenwelt. Beim Schnorcheln beispielsweise breche ich keine Korallen ab, versuche keine Schildkröte zu streicheln oder das Wasser zu verschmutzen. Außerdem nutze ich meine Körperkraft um ein Korallenriff zu erreichen und fahre nicht mit dem Motorboot hin.

Francesca: Wie passt Du Dich an die Kultur des bereisten Landes an?

Steven: Ich zeige den Menschen meinen Respekt für Ihre Kultur, beachte kulturelle Normen und versuche so weit es geht die Sprache des Landes zu besprechen. Selbst in Japan, Thailand oder Uganda beherrschte ich während meiner Reisen den Grundwortschatz zwischen „Hallo!“ und „Wie viel kostet das?“.

Francesca: Wie erlebst Du, trotz nachhaltigem Reisen, Deinen Urlaubsort intensiv?

Steven: Ich denke langsames Reisen ist sehr wichtig. Ich habe anfangs den gleichen Fehler gemacht, wie viele andere. In nur 8 Wochen bin ich durch Japan, Taiwan, Singapur, Malaysia und Thailand gereist. Das war zu krass. Inzwischen mache ich lieber Reisen in ein einziges Land und bleibe dann möglichst lange.

Francesca: Was spricht für/gegen nachhaltiges Reisen?

Steven: Für nachhaltiges Reisen spricht, dass du so Verantwortung zeigst und versuchst die Welt ein Stückchen besser zu machen. Dagegen spricht, dass Reisekomfort oder das Reisebudget in den meisten Fällen verloren gehen.

Francesca: Welche gemeinnützigen Organisationen, Plattformen, Apps und Anderes kennst Du, die sich mit dem Thema “Nachhaltige Reisen” beschäftigen?

Steven: Für das Fliegen hatte ich schon atmosfair.de empfohlen. Außerdem leistet in Deutschland der Verein Forum anders Reisen e.V. erstklassige Arbeit. Weiterhin beschäftigen sich mein Blog www.funkloch.me sowie www.nomadearth.com in der Sparte der Blogs mit dem Thema.

Francesca: Welche Tipps für nachhaltiges Reisen willst Du anderen mit auf den Weg geben?

Steven: Die Mutter aller Tipps: Reise bewusst und reise so, dass auch deine Kindes Kinder deine Reiseziele mindestens genauso oder gar noch besser vorfinden können.

Steven, vielen Dank für deine Zeit und das tolle Interview!


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Travelastic Themenreihe: Nachhaltiges Reisen?!

Du liebst es zu Reisen, neues zu entdecken, die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt zu bestaunen sowie Sightseeing Touren und das Großstadtleben zu genießen? Das ist großartig! Denn auf Reisen kannst du all das und noch mehr erleben!

Nachhaltiges Reisen: Asien - Indonesien - Bali - Canggu - Pererenan Beach (c) Photography by Francesca Bommer
Nachhaltiges Reisen:
Asien – Indonesien – Bali – Canggu – Pererenan Beach (c) Photography by Francesca Bommer

Reisen und Tourismus kann allerdings auch negative Folgen haben. Fast überall, wo sich viele Touristen aus aller Welt aufhalten gibt es viel zu viel Müll, die Tier- und Pflanzenwelt wird zerstört und die Einheimischen müssen hinterher räumen und dafür bezahlen – in vielerlei Hinsicht.

Was tust du für nachhaltiges Reisen und welche Tipps willst du anderen Reisenden mit auf den Weg geben? Ist das überhaupt ein Thema für dich oder sagst du, ich zahl für meinen Urlaub, also kann ich machen was ich will? Wie intensiv hast du dich bislang mit dem Thema “Nachhaltiges Reisen?!” beschäftigt?

JESSICA VON YUMMY TRAVEL

zum Beitrag: Nachhaltiges Reisen?!

Es muss nicht immer die Flugpapaya aus Thailand sein. Der Apfel vom Bauern um die Ecke tut es doch auch. Dieser ist nicht um die halbe Welt geflogen und hat unzählige Food Miles hinter sich. Und genau hier kommen Reisevorsätze zum Tragen.

STEVEN VON FUNKLOCH.ME

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Das Thema ist für mich sehr wichtig. Ich bin stets im Zwispalt. Ich möchte die Welt sehen, aber gleichzeitig auch die Welt retten. Nur durch möglichst nachhaltiges Reisen kann ich einen Kompromiss finden, wobei ich mich in den meisten Fällen auf die ökologische Nachhaltigkeit beschränke…mehr

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Reisen ist ein wichtiger und fester Bestandteil meines Lebens. Mein Leben gestalte ich auch sehr nachhaltig und daher liegt es nahe diesen Teil ebenso zu behandeln. Nachhaltiges Reisen bedeutet es…mehr

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