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Die Notfallaufnahme von Byron Bay – Teil II

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DRACHE AM WEGESRAND

Es ist früher Nachmittag als ich mit dem Auto zurück in die Innenstadt von Byron Bay fahre. Mein Auto parke ich leicht außerhalb und laufe Richtung Fußgängerzone. Plötzlich erschreck ich mich – ein Drache am Wegesrand. Kein Scherz! Direkt neben dem Fußgängerweg ist eine große Echse und wärmt sich in der Sonne. Die Echse rennt nicht weg, bewegt sich kaum, aber beobachtet mich sehr aufmerksam. Ich schieße ein Bild aus angenehmer Entfernung und beobachte auch umgekehrt jedes einzelne Detail. Nachdem wir beide uns ausreichend kennen gelernt haben führe ich meinen Weg fort.

BUMMELN IN BYRON BAY

Berühmtheiten beim Videodreh in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer
Berühmtheiten beim Videodreh in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer

Byron Bay hat eine sehr schöne, kleine Innenstadt die zum Bummeln und Chillen einlädt. Überall sind kleine Läden mit einer tollen und immer wieder einmaligen Auswahl an Kleidungsstücken, Einrichtungsgegenständen und Kleinkram sowie Cafés, Restaurants und Bars mit einer guten Auswahl bei der jeder etwas für sich entdeckt. In einem versteckten Hinterhof esse ich in einem veganen Restaurant zu Mittag. Anschließend statte ich noch ein paar Läden einen Besuch ab und gehe nochmal Richtung Strand.

NOTFALLAUFNAHME IN BYRON BAY

Steinstrand in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer
Steinstrand in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer

Ich gehe den Gehweg entlang immer näher an den Strand. An einer Kreuzung liegt auf Augenhöhe ein Biergarten in dem das Leben tobt. Dann entdecke ich eine junge Frau mit einem kleinen Papageien auf der Schulter – ich nehme den Moment wahr, gehe aber weiter und überquere die Straße. Auf der anderen Straßenseite stelle ich fest, dass meine Begleitung bei der jungen Frau stehen geblieben ist. Nicht um zu flirten, sondern um ein Bild mit dem Papagei zu machen (der Vogel ist übrigens ein Haustier der jungen Frau). Ich will zurück gehen und passe eine Sekunde nicht auf, knicke mit dem rechten Fuß um, falle mit den linken Knie auf den Asphalt und stütze mich gerade noch im letzten Moment mit meinen Händen ab. Meine Kamera fällt nach vorne – bekommt aber keine Kratzer ab. Alles andere liegt auf dem Gehweg und der Straße verteilt.

Ich liege halb auf der von Autos befahrenen Straße und kann nicht mehr aufstehen. Mein Knie hört nicht auf zu bluten. Mein Fuß ist dick angeschwollen,  ich kann nicht mehr auftreten und meine Hände sind auch mitgenommen. Sofort sind eine Dame und ein Herr an meiner Seite. Beide helfen mir von der Straße wieder auf den Gehweg zu kommen. Die Dame holt mir im Biergarten kühles Eis. Der Herr sagt meiner Begleitung Bescheid, die zunächst nichts davon  mitbekommen hat.

Was ist passiert? Der Bordstein war höher als üblich, direkt danach kam nicht die flache Straße, sondern noch ein gewölbter Wasserabfluss. Die Höhenunterschiede, die Wölbungen und vor allem die fehlende Achtsamkeit haben zu meinem Unfall geführt. Ich wurde in den Biergarten getragen um mich auf eine Bank zu legen und den Fuß zu kühlen. Ein freundlicher Mann am Tisch hat dafür gesorgt, dass ich mich gut unterhalte während meine Begleitung das Auto geholt hat. Damit ging es dann direkt zur Notfallaufnahme in Byron Bay.

ÄRZTLICHE VERSORGUNG IN BYRON BAY

Im kleinen Krankenhaus angekommen sind die ersten Fragen offensichtlich: Waren Sie surfen? Waren Sie am Strand? Haben Sie Alkohol getrunken? Ja! Fast! Nein!

Das ärztliche Personal ist sehr freundlich und kümmert sich gut um mich. Meine Wunde am Knie ist tiefer als erwartet und muss genäht werden. Die nächste Zeit darf ich mein Knie nicht beugen um die Wunde nicht wieder zu öffnen. Meinen Fuß muss ich schonen und kann erstmal nicht auftreten. Mit dem rechten Fuß nicht auftreten können, das Linke Bein nicht biegen dürfen. Jetzt stell dir mal bitte vor wie ich aussah wenn ich von A nach B wollte! Ja genau, es hatte so ziemlich jeder etwas zu lachen 😉

AUSLANDS-KRANKENVERSICHERUNG

Heute ist ein Tag an dem ich dankbar für eine gute Auslands-Krankenversicherung bin. Bevor ich Deutschland für meine Weltreise verlassen habe, musste ich meine gesetzliche Krankenversicherung kündigen und habe mich für eine private Auslands-Krankenversicherung entschieden. Im Krankenhaus von Byron Bay musste ich zunächst – wie üblich – alles Bar zahlen. Das habe ich dann auch ziemlich schnell in meiner Reisekasse gemerkt.

Die Rechnung, die Diagnose und eine kurze Stellungnahme zum Unfallhergang habe ich am gleichen Tag an meine private Auslands-Krankenversicherung per E-Mail gesendet. Die Gutschrift kam nur ein paar Tage später direkt auf mein Girokonto. Wenn du mehr zum Thema Auslands-Krankenversicherung erfahren willst, schau mal bei der Travelastic Themenreihe vorbei.

EIN ANSTRENGENDER TAG GEHT ZU ENDE

Campingplatz von Byron Bay beim Frühstück (c) Photography by Francesca Bommer
Campingplatz von Byron Bay beim Frühstück (c) Photography by Francesca Bommer

Mein Tag in Byron Bay, der so schön entspannt gestartet hat geht langsam auf dem Campingplatz zu Ende. Ich habe keine Energie mehr und will nur schlafen. Dabei beobachte ich den klaren Sternenhimmel und bin dankbar für die vielen hilfsbereiten Menschen an diesem Tag.


Die Notfallaufnahme von Byron Bay – Teil I

Der östlichste Punkt Australiens – Byron Bay. Ein wirklich schöner Ort für einen Küstenspaziergang, zum bummeln in der Stadt, entspannen am Strand und natürlich surfen in den milden Wellen. Strahlend blauer Himmel, eine angenehme Brise zur Abkühlung und jede Menge lieber Menschen – auch in der Notfallaufnahme, nachdem mein Tag eine unschöne Wendung nahm.

KÜSTENWEG VON BYRON BAY

In meinem 14. Monat in Australien freue ich mich in Byron Bay anzukommen und das an einem so schönen Mai-Tag. Es sind, wie so oft, hohe Temperaturen. Da kommt die Brise vom Meer gerade recht. Immer wieder eine angenehme Abkühlung, dazu mein Lieblingshut auf dem Kopf und meine Spiegelreflex Kamera dabei um die farbenprächtigen Eindrücke für Dich festzuhalten (schau mal bei Photography by Francesca Bommer für mehr Bilder vorbei).

Früh morgens starte ich gemütlich in den Tag, mit frischen Kaffee und Obstsalat am Strand. Im Anschluss beginne ich meinen herrlichen Spaziergang auf dem Küstenweg von Byron Bay, vorbei an grünbewachsenen Hügel die schroff im felsigen Meer münden. Immer wieder genieße ich den Schatten der Bäume als Schutz vor der starken Sonne. Die salzige Luft atme ich tief in die Lungen ein. Ich liebe diesen entspannten Start in den Tag. Noch sind nicht viele Leute unterwegs, die wenigen am Strand warten auf gute Wellen und treiben Sport.

LEUCHTTURM VON BYRON BAY

Leuchtturm von Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer
Leuchtturm von Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer

Mein Weg führt mich immer weiter den Berg hinauf, die Klippen werden immer steiler und gefährlicher. Die Naturtreppen nehmen zu und hinter der nächsten Kurve sehe ich ihn – den Leuchtturm von Byron Bay. Die Aussicht ist gefühlt grenzenlos. Die vielen Blautöne des Meeres sind unglaublich und der strahlend weiße Leuchtturm von Byron Bay wacht über alles.

Im Leuchtturm selbst besteht die Möglichkeit den Turm bis unters Dach zu entdecken. In den Räumlichkeiten ist ein kleines Museum eingerichtet in welchem die Geschichte des Leuchtturms von Byron Bay ausgestellt wird.

DEIN SELFIE IN BYRON BAY

Fotopol beim Leuchtturm von Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer
Fotopol beim Leuchtturm von Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer

Auf der Aussichtsplattform entdecke ich eine tolle Installation für Reisende: Den Fotopol.

Der Fotopol ist ein einbetonierter Stativersatz. Ich schraube meine Kamera auf und schieße direkt ein paar Selfies – das muss auch immer mal wieder sein. Wie ich finde ist der Fotopol eine Klasse Idee – das sollte es öfter geben.

EIS UND EIN SCHWARZER RAABE

Eine kleine Pause im Bistro nahe am Leuchtturm von Byron Bay bietet die perfekte Gelegenheit für ein leckeren Eis – und den schwarzen Raaben. Der hübsche Raabe beobachtet aus sicherer Entfernung die vielen Menschen und vor allem deren Leckereien. Immer wieder fällt ungewollt ein Krümel oder etwas mehr vom Tisch. Nur wenigen Wimpernschläge später hat sich der Raabe seine leichte Beute geholt. Ich füttre den Raaben nicht – warum? Es handelt sich um ein wildes Tier, das nicht verlernen sollte sein Futter selbst suchen und fangen zu müssen. Daher: Lieber beobachten, nicht füttern.

DER ÖSTLICHSTE PUNKT AUSTRALIENS IN BYRON BAY

Der östlichste Punkt Australiens in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer
Der östlichste Punkt Australiens in Byron Bay (c) Photography by Francesca Bommer

Ich nehme zunächst den gleichen Küstenweg in Byron Bay zurück – ca. bis zur Mitte des Weges. Dann führt mich ein steiler Weg hinab an einen verhältnismäßig kurzen Küstenarm – was ich hier will? Den östlichsten Punkt Australiens erobern. Der Wind will meinem Hut den großen weiten Ozean näher zeigen – ich bin jedoch schneller und kann meinen Lieblingshut noch festhalten. Die großen wilden  Wellen schlagen immer wieder stark gegen die felsige Brandung und sorgen für ein echtes Naturschauspiel, von dem ich mich nur schwer lösen kann.

Wie so oft reicht es mir nicht nur an einem Punkt mit vielen zu stehen, sondern beginne zu klettern – näher ans Wasser. Es ist ein besonderer Moment, hier bin ich ein paar Momente einfach nur für mich – am östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Ich denke an meine bisherige Zeit in Australien zurück, an mein Leben im Outback, an meine Zeit im Dschungel, an Melbourne – eine meiner australischen Lieblingsstadt und freue mich so sehr hier zu sein. Ich freue mich über alles was ich erleben durfte und erlebe einen riesigen Glücksmoment, für den ich dankbar bin.

KLETTERN IN DER BRANDUNG VON BYRON BAY

Ich entscheide mich direkt am Meer entlang zurück zu meinem Auto zu laufen. Zunächst geht es über die grünbewachsenen Hügel, dann ist plötzlich Schluss. Umdrehen oder klettern! Ich entscheide mich über die eher niedrigen, aber dennoch scharfkantigen, rutschigen und steilen Felsen zu klettern um an den nächsten Strand zu gelangen. Gesagt getan. Ganz trocken schaffe ich es nicht meine Kletterpartie zu beenden, das ist allerdings nur halb so schlimm – wieder eine willkommene Abkühlen.

weiter geht es in Teil II am 4. März…