Wenn der Hahn noch nicht kräht…

Am Ankunftstag im Vipassana Meditaitons Center in Bogor habe ich mich als neuer Student für den Vipassana Meditationskurs angemeldet. Ab dem ersten Tag und für die nächsten 10 Tage werde ich einen strengen und für mich sehr herausfordernden Zeitplan einhalten. Der Zeitplan dient den Teilnehmern um das kontinuierliche meditieren zu gewährleisten. Du sollst die best möglichen Resultate mit Hilfe des Zeitplans im 10-Tages Meditationskurs erreichen. Da du dich freiwillig anmeldest und teilnimmst, wird erwartet, dass du den Zeitplan möglichst genau einhältst. Was das genau bedeutet und warum ich definitiv kein Frühaufsteher bin erfährst du jetzt.

WENN DER HAHN NOCH NICHT GEKRÄHT HAT…

Jeden morgen um 4 Uhr beginnt das Läuten der Glocke mit 12 Wiederholungen. Ich werde aus meinem Schlaf gerissen und frage mich “Warum? Ich will schlafen! Es ist viel zu früh!” Ich habe 30 Minuten Zeit um aufzustehen, mein Bett zu machen, mich anzuziehen, mich zu waschen und in die Meditationshalle zu gehen.

Wie du bereits gemerkt hast bin ich absolut kein Frühaufsteher. Ich schlafe gern aus. Deswegen gab es auch mal ein oder zwei Tage an denen ich mir gedacht habe “mhhhhh…ich bleib liegen und geh später zur Meditation” – falsch gedacht. Wer liegen bleibt wird kurz nach 4:30 Uhr mit einer kleien Glocke direkt vor der Zimmertür oder alternativ auch direkt im Zimmer nochmals geweckt und gebeten sich in die Meditationshalle zu begegeben. Guten Morgen!

MEDITATION BEI SONNENAUFGANG

Der Tag beginnt entspannt mit zwei Stunden Meditation ab 4:30 Uhr morgens. Ich gehe in die Meditationshalle, setzte mich auf mein Kissen, packe mich warm mit meinen Kuschelsocken und Sarong ein und meditiere. Ich bin müde, es ist kalt mitten in Java und es fällt mir schwer die richtige Körperhaltung über die gesamte Dauer zu halten. Aufrecht sitzen, im Schneidersitz, Augen zu und sich ganz der Technik widmen. Doch von Tag zu Tag fällt es mir leichter.

LECKER FRÜHSTÜCK!

Langsam beginnt mein Magen zu knurren – ich habe hunger. Um 6:30 Uhr endet die erste Meditations Sitzung, die Glocke läutet und alle begeben sich zur “Kantine”. Es wartet jeden Tag ein  ausgiebiges Frühstück. Heißes Wasser, schwarzer Tee und Kaffeepulver zum trinken. In einer Ecke steht Toastbrot, Schokocreme, Erdnussbutter, Marmelade und Butter. Auf einem großen Tisch steht jeden Tag ein leicht abgewandeltes typisch Indoensisches Frühstück mit Reis oder Nudeln und Gemüse, auf jeden Fall herzahft. Jeden Tag bekommst du zwei bis drei Stückchen Obst – immer lecker und für deutsche oftmals exotisch. Das Frühstück geht ca. 30 Minuten, dann ist Pause.

NUTZE DEINE ZEIT

Ab 7 Uhr morgens habe ich für eine Stunde Pause. Wie ich diese Stunde nutze ist mir überlassen. Wie schon erwähnt – ich schlafe gern aus. Was habe ich also gemacht? Richtig – geschlafen!

GRUPPENMEDITATION

Um 8 Uhr leutet wieder die Glocke. Ich bgegebe mich auf meinen festen Platz in der Meditaitonshalle und lost geht es. Wie bei jeder Sitzung wird zu Beginn und Ende ein Audiotext vorgespielt um sich richtig auf die Meditation einzulassen und wieder entspannt zurückzukehren.

LERNE DIE TECHNIK

Nach einer 5 minütigen Pause beginnt direkt die nächste Meditationsphase um 9 Uhr. In dieser zwei stündigen Phase gibt es via Audiodatei neue Anweisungen wie du genau meditieren sollst. Es ist wichtig, alle bekannte und bereits erprobten Techniken außen vor zu lassen und isch ausschließlich auf diese eine zu konzentrieren. Jeden Tag werden entweder die neuen oder die alten Studenten durch die jeweiligen Meister geprüft. Geprüft wird die zuletzt erlernte Technik und die richtige Ausführung.

ICH HABE HUNGER

Was soll ich sagen? Ja, ich esse gern. Und auch wenn sich den ganzen Tag zu meditieren nach keiner großen Anstrengung anhört, kann ich dir versichern, es ist anstregnend. Für Körper und Geist. Um 11 Uhr gibt es Mittag essen. Und ich bin überrascht von der Qualität und Auswahl. grundsätzlich gibt es jeden Tag ein neues typisch indonesisches Gericht. Immer mit Gemüse und meistens mit Tofu. Es wird ausschließlich vegetarisch gegessen. Auch immer dabei ist Reis – das Grundnahrungsmittel in Indonesien! Achtung bei den separaten Saucen. Es gibt meistens eine kleine Schüssel mit einer dünenn Sauce in der viel Obst, Kräuter und vor allem Chillis schwimmen – super scharf aber richtig lecker. Einfach ausprobieren, nur nicht zu viel nehmen. Essen kannst du dir immer so viel nehmen wie du magst, denn es ist nicht gestattet eigenes Essen mitzubringen.

EIN KLEINER SPAZIERGANG

Von 11:30 Uhr bis 13 Uhr ist Pause. In dieser Zeit wasche ich meine Wäsche per Hand – ja, hier gibt es keine Technik, auch keine Waschmaschinen – und gehe spazieren. Während dieser 10 Tage ist es nicht gewünscht Sport zu treiben. Dieser könnte die Konzentration stören und den Erfolg minimieren. Wenn du Fragen an den Lehrer hast, kannst du dies nach vorheriger Anmeldung in dieser Pause wahrnehmen.

MEDITATION DEN GANZEN TAG

Ab 13 Uhr meditiere ich wieder. Zunächst bis 15:30 Uhr. In dieser Zeit sitze ich auf meinem Kissen in der Meditationshalle und veresuche die Anweisung richtig umzusetzten. Es ist schwieriger als du es dir vermutlich vorstellst. Wie genau diese Technik aussieht erfährst du in einem weiteren Artikel.

Ab 15:30 Uhr werden die Anweisungen wiederholt und ergänzt. Du hast grundsätzlich immer genug Zeit alle Anweisungen zu hören, zu verstehen und umzustetzten.

TEATIME

Nach 4 Stunden Meditation gibt es wieder eine Pause inkl. Essen. Moment, da war noch was…achso – Abends gibt es keine Mahlzeit. Was? Ja! Am ersten Tag habe ich gedacht “Nein, bitte nicht, ich habe hunger!” Also habe ich mir Alternativen gesucht. Zunächst einmal viel trinken. Ich habe zu jeder Mahlzeit versucht vier Gläser Tee zu trinken. Damit nimmst du Flüssigkeit zu dir und füllst deinen Magen. Mehr zum Thema “Richtiges Trinken” erfährst du hier… Eine Kleinigkeit gab es für die neuen Studenten allerdings schon noch: drei Stückchen Obst. Am ersten Tag habe  ich wirklich gehungert. Ab den zweiten Tag habe ich morgens und Mittags einfach noch mehr gegessen und damit das fehlende Abendessen ausgeglichen.

ABENDMEDITATION

Draußen wird es langsam dunkel und die Abendmeditation beginnt. Um 18 Uhr treffen sich wie gewohnt alle in der Meditationshalle. Für eine Stunde wird meditiert.

TAGESABSCHLUSS AUF VIDEO

Jeden Tag gibt es um 19 Uhr einen Abschluss auf Video. Für eine Stunde wird die Technik des meditierens erläutert, die Hintergründe und die Entstehung dieser Technik. Auf was zu achten ist und wie du die Meditaiton in dein tägliches Leben einbauen kannst. Alle Viedeos findest du kostenlos online bei YouTube. Die Links Liste ich dir direkt auf und ein Video (Tag 1) kannst du dir direkt ansehen um einen Eindruck zu bekommen. Wichtig: Die Viedeos sind alle auf englisch.

10 Day Vipassana Course – English

GEMEINSAMES EINSTIMMEN AUF DIE NACHT

Nach einem anstrengenden und intensives Tag geht es nach dem Abschluss mittels Video noch ein letztes mal in die Meditationshalle um bis 21 Uhr zu meditieren. Ein letztes mal zur Ruhe kommen, den Tag für sich Revue passieren lassen und sich auf die Nachtruhe einstellen. Spätestens um 21:30 Uhr müssen die Lichter in den Zimmer aus sein. Gute Nacht

Hier kannst du dir gern nochmal den genauen Zeitplan ansehen:

Vipassana Timeplan – English


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